Ausgangslage

Swisscom Mobile bietet bereits seit längerem schnelle, mobile Datenübertragung über sein UTMS Netz an. Als zweiter Anbieter in der Schweiz startete am 5. September 2005 Orange mit dem UMTS Angebot für alle Kunden in der Schweiz. Bereits seit einiger Zeit war UMTS bei Orange für Datenübertragung mit einer PCMCIA-Karte verfügbar, jetzt wird das Angebot breit lanciert mit Endgeräten für Videotelefonie und herkömmlicher Sprachtelefonie. Mit der Einführung kommuniziert Orange nur diejenigen Orte, wo auch wirklich gute UMTS Netzabdeckung vorhanden ist.


Geräte

Neben dem schicken Klapphandy Samsung SGH-Z500 hat Orange auch das K600i von Sony Ericsson im Angebot. Wen es mehr Richtung Smartphone zieht, der kann zur Zeit zwischen dem - bereits legendären - Motorola A1000 oder dem Nokia 6680 wählen. Beide Smartphones laufen mit Symbian, das Motorola mit der UIQ Schnittstelle (wie Sony Ericsson P910), das Nokia 6680 mit Series 60 Schnittstelle. Mit dieser Gerätewahl hat Orange eine attraktive Auswahl getroffen, bereits sind weitere Geräte aus der Orange SPV Serie (aka Qtek, MDA, XDA; alle von HTC produziert) oder der UMTS-Nachfolger des Sony Ericsson P910i (aka P1000, P950, Hermione) angekündigt.

Nokia 6680

Das Nokia 6680 bietet designmässig keine Auffälligkeiten - wobei Design natürlich immer Geschmackssache ist. Die Nummerntasten sind eher klein geraten, der Druckpunkt ist jedoch gut. Das Display ist sehr gut ablesbar und blendet elegant ein- und aus, in der Intensität abhängig vom Aussenlicht. Oben rechts ist die Frontkamera angebracht, auf der Rückseite hinter eine aufschiebaren Klappe die 1.3 Megapixel Kamera.

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Symbian in der Series 60 Variante ist langjährig bewährt, entsprechend weist die Bedienung keine speziellen Besonderheiten oder Neuerungen auf. Beim Tätigen eines Anrufes kann gewählt werden ob Sprach- oder Videoanruf erfolgen soll. Die Stärken des 6680 sind einerseits das unspektakuläre Design, die bewährte Benutzerschnittstelle sowie die Schnittstellen als solche: Von GSM mit GPRS, EDGE bis hin zu UMTS werden alle gängigen Mobilfunkstandards unterstützt. Dank der Bluetooth-Schnittstelle konnten wir das Nokia 6680 innert wenigen Minuten mit einem Notebook (in unserer Tests ein Mac OS X iBook von Apple) koppeln und zur mobilen Interneteinwahl und zum Synchronisieren mit iSync benutzen (Kalender, Kontakte).

Demobild der 1.3 Megapixel Kamera des Nokia 6680: 1280*960 Pixel (neues Fenster).

Motorola A1000

Als zweites Smartphone auf dem UMTS Netz von Orange konnten wir das A1000 von Motorola testen. Das Gerät wurde schon vor längerem angekündigt, und war vor allem in Italien und Österreich auf dem Netz von "3" simlocked und gebrandet erhältlich. Seit kurzem ist das Gerät auch in der Schweiz verfügbar, sowohl unlocked wie auch auf dem Netz von Orange, mit den entsprechenden Orange Signature Device Anpassungen. Das A1000 ist bereits für alle Orange Dienste vorkonfiguriert, Live-TV sowie Videotelefonie funktionieren anstandslos.

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Das A1000 basiert auf Symbian UIQ - wer bereits ein Sony Ericsson P910i kennt, wird mit dem A1000 schnell zurecht kommen und die meiste Software weiter nutzen können. Eine 1.3 Megapixel Kamera auf der Rückseite, die Frontkamera für Videotelefonie, die Bedienertasten auf der Frontseite, die praktische Beleuchtung machen das A1000 zu dem UMTS Smartphone und Alleskönner das seinesgleichen sucht. Insbesondere auch die vorinstallierte und nur beim Motorola A1000 erhältliche Software PicselViewer ist sehr leistungsfähig: Die meisten gängigen Dateitypen lassen sich damit direkt auf dem A1000 betrachten - sehr praktisch für E-Mail Attachments. Das A1000 überzeugte rundherum - einziger Vorbehalt ist der angekündigte Nachfolger Motorola A1010 und natürlich der nachfolger des Sony Ericsson P910. Leider konnte das A1000 nicht von Haus aus mit einem iBook von Apple synchronisiert werden, zur Synchronisation mit einem PC ist eine entsprechende Software mitgeliefert.

Demobild der 1.3 Megapixel Kamera des Motorola A1000: 1280*960 Pixel (neues Fenster).

Preise

Die Preise von Orange sind interessant: Für Videotelefonie werden dieselben Gebühren wie für Sprachtelefonie fällig, die monatlichen Abogebühren bleiben dieselben.

Für die Nutzung von Live-TV werden Gebühren fällig: Für 4h Nutzung 1.50.- CHF, für 24h Nutzung 4.- CHF, für einen Monat Nutzung 16.- CHF. Damit liegen die Preise massiv unter jenen von Swisscom Mobile - zur Zeit sind bei Orange 30 (!) Fernsehsender im Angebot.

Vorsicht ist bei der Datenübertragung angesagt: Während mit Orange Express die Nutzung jeglichen Datenverkehrs über das Orange Portal abgegolten ist, fallen für den Datenverkehr zu Adressen ausserhalb des Orange Portales die ordentlichen Gebühren an. Und das kann teuer werden - die normalen Megabyte-Preise fallen an, und die Zahl der Megabyte summiert sich bei 200-400 kbit/s sehr schnell. Abhilfe kann mit den Surf-Bundles geschaffen werden. Wer jedoch regelmässig mehrere Dutzend Megabyte Daten pro Monat mobil überträgt, der sollte unbedingt das spezielle Datenabo Orange Data Flat für 49.- CHF/Monat lösen, womit dann 2000MB Daten per UMTS/GPRS und/oder 2000 Minuten PWLAN inbegriffen sind - mit DataFlat übertrumpft Orange das Angebot von Swisscom Mobile massiv (79.- CHF/Monat für 1024 MB UMTS/GPRS/EDGE, WLAN). Für das Datenangebot existieren zwei Angebote mit PC-Cards, einmal eine Karte für WLAN, UMTS und GPRS, einmal eine Karte für UMTS und GPRS.

Erfahrungen im Alltag

Bei der Nutzung als mobiles Modem mit UMTS Abdeckung wurden Geschwindigkeiten zwischen 279 kbit/s und 420 kbit/s erreicht. Web-Verbindungen gehen über einen "Beschleunigerproxy" bei Orange, bei erstmaligen Zugriffen kann es zu leichten Verzögerungen, dann aber schnellen Ladezeiten kommen. Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass VoIP-Nutzung von beliebigen Anbietern wie auch Skype nicht gesperrt ist. Die Einwahl in ein VoIP Konto sowie das Führen eines VoIP Gespräches war problemlos möglich, die Bandbreite von ca. 300/100 kbit/s reichte hierzu gut aus.

Abdeckung

Da UMTS bei allen Schweizer Anbieter ein neuer Dienst ist, liegt die Versorgung mit UMTS-Diensten bei allen Anbietern noch weit hinter jener der herkömmlichen GSM Versorgung. Bezüglich UMTS spielte es in unserer Testregion St.Gallen keine Rolle, ob man Orange oder Swisscom wählt - einzig wer sich oft ausserhalb von UMTS Netzabdeckung aufhält, der dürfte bei Orange EDGE mit bis zu 200 kbit/s vermissen, da dann nur noch die langsame GPRS Variante zur Verfügung steht.

Fazit

Ist man sich der Tatsache bewusst, dass die UMTS Netzabdeckung nicht mit jener der herkömmlichen GSM Versorgung verglichen werden kann, erhält man mit den UMTS Diensten von Orange bereits jetzt die Möglichkeit, schnell mobil Daten übertragen und Live-TV-Streams und VoIP nutzen zu können - solange man sich im versorgten Gebiet aufhält. Wechsel der Netzverbindung von UMTS zu GSM haben in der Regel einen Verbindungsab- oder -Unterbruch zur Folge. Unser Tipp: In Ihrer Region die UMTS-Versorgung prüfen und dann entscheiden. Wer sowieso ein neues Handy oder Smartphone zulegen will, sollte gleich eines mit UMTS Unterstützung nehmen - die Angebote von Orange sind attraktiv.

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17.09.2005, Providerliste Admin

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